TAG 1: Es geht ENDLICH LOS – Start in Hohenthann

SENKRECHT IM BETT (naja ‚Schlafsack auf Isomatte‘) steht Stefan, als pünktlich um Nullsechshundert die Glocke im Zwiebelturm der direkt benachbarten Kirche scheppernd die morgendliche Stille zerreißt. Und als ob es um einen Wettbewerb ginge, antwortet die Friedhofskapelle in nahezu gleicher Lautstärke. Und damit ja niemand wieder in müßigen Schlaf verfällt, mahnen die eisernen Kameraden dann viertelstündlich zum baldigen Kirchgang. Viel zu früh ist die Nacht also vorbei. Nur Paule, die Harzer Frohnatur, schnarcht noch seelig vor sich hin. Dabei hat sein Zelt – angeblich das Beste, was es preisleistungstechnisch zurzeit am Markt gäbe – in der Nacht ordentlich Nässe genommen. Ich sage nur ‚dreihunderter Wassersäule‘ 🙂
Die Zeit bis zum angepriesenen Weißwurstfrühstück überbrücken wir mit selbstgebrautem Kaffee. Jacobs löslich – sponsored by ‚JDE‘, Thorben sei Dank! – mit heißem Wasser aufgegossen. Gar nicht schlecht. Nach spärlicher Morgentoilette/Katzenwäsche bekommen wir die offiziellen Rally-Aufkleber auf die Fahrertüren. Jetzt sind Bonnie und Clyde perfekt. Langsam füllt sich der Hof mit den letzten ankommenden Teams. Wow, das Teilnehmerfeld ist echt überschaubar. 18 Autos sind insgesamt am Start. Wir sind eines von drei Teams mit zwei Fahrzeugen, die anderen fahren jeweils nur mit einem KFZ.
Carsten fiebert dem 09:00 Uhr Glockenschlag entgegen. Dann nämlich gibt es ein zünftiges Weißwurstfrühstück. Pünktlich dazu hat auch der Regen aufgehört und die ersten Besucher und Schaulustigen trudeln ein. Auch Frank und Katharina aus München sind dabei – sie haben uns schon 2015 beim Start der AllgäuOrient begleitet. Sie haben Josch aus der Landeshauptstadt mitgebracht, der als fünfter Mann am kommenden Samstag in Tiflis zur Südheide zusteigen wird. Und der die wichtigste aller Aufgaben hat — nämlich unsere ganzen Visa mitzubringen. Doch davon lieber später mehr.

Auf dem Hof der Schloßbrauerei sind jetzt alle Teams versammelt. Fahrer und Besucher inspizieren die zumeist liebevoll und künstlerisch gestalteten Fahrzeuge. Der vom Orga-Team ausgerufene Wettbewerb ‚Kürt das schönst Auto‘ endet für Bonnie und Clyde mit Platz 2 hinter dem souveränen VolkerVollgas.
Um Punkt 12:00 Uhr ist es dann soweit: START!
Endlich geht es los. Die letzten Stunden vor dem Losfahren sind echt die schlimmsten. Es hängt ein Vibrieren in der Luft, alle wollen jetzt los. Nachdem Borris und der Bürgermeister die letzten wichtigen Worte gesprochen haben, geht es mit einem Hupkonzert und unter dem Applaus der Zuschauer endlich über die Startlinie.

Das ultimative Abenteuer beginnt…
😀

Es ist eine relativ kleine Armada von Fahrzeugen, die sich auf den Weg gen Osten macht.
Euphorisiert cruisen wir in Kolonne die ersten Kilometer Landstrasse, bevor wir auf die Autobahn Richtung Österreich einbiegen.
Der Plan für den heutigen Tag: Kilometer fressen und möglichst weit nach Ungarn hineinfahren. An der Grenze sehen wir den Stau Richtung Deutschland.
Mann Herr Söder, was soll er Quatsch?!
Österreich lassen wir rechts und links liegen. Schon nach einigen hundert Kilometern trudeln aber die ersten Beschwerden aus der Heimat ein.
‚Schon schlapp gemacht?‘ ‚Wohnt ihr dort?‘ rauscht es aus dem Netz. Des Rätsels Lösung: Dem GPS-Tracker ist schon gleich die Puste ausgegangen.
Erst nach einem Batteriewechsel später am Tag sind wir wieder als ‚unterwegs‘ sichtbar.
Bonnie und Clyde laufen richtig gut, die Landschaft fliegt nur so an uns vorbei. Und schon machen wir den nächsten Länderpunkt: Ungarn.
Das Mautticket für Ungarn und Rumänien kaufen wir kurz vor der Grenze online während der Fahrt. Moderne Zeiten auch im Osten.
Vorbei an unendlichen Mais- und Sonneblumenfeldern geht es Richtung Budpest. Den Abend in der Metropole verbringen oder doch noch weiterfahren?
Wir entscheiden uns für’s Weiterfahren, da wir morgen pünktlich 16:00 Uhr im Fahrerlager in Viseu de Suus sein müssen. Debrecen heißt also unser
Tagesziel. Als Nachtlager dient uns das Euro Panzio – ein günstiges Hostel in der Innenstadt. Ein eben noch schnell online gebuchter Schnapper.
Eva, die Herbergsmutter, empfängt uns abends um 22:15 Uhr im kurzen Kleidchen vor der perfekt passenden Unterkunft. Zwei Zimmer, vier Betten, eine Dusche.
Das Restaurant um die Ecke serviert sogar noch Pasta – Carsten strahlt und ist glücklich. Für jeden noch zwei Bier und dann geht es um Mitternacht
ab auf die bequeme Pritsche. Was für ein Luxus an Ende eines langen Tages.

Bonnie&Clyde: perfekte Kondition, keine Mängel
Stimmung im Team: prächtig
Kilometer: 900
Wetter: Dauerregen bis zur ungarischen Grenze

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